Wulff muss für Aufklärung sorgen – viele Fragen sind noch offen

Bundespräsident Wulff ist wegen eines Privatkredits für den Kauf eines Hauses unter Beschuss geraten. Auch nach der ersten Stellungnahme des Bundespräsidialamtes sind nicht alle Fragen geklärt. Warum haben die Eheleute Wulff vor drei Jahren ein ausgesprochen günstiges Darlehen in Höhe von 500.000 Euro durch das Unternehmerehepaar Geerkens bekommen? Warum hat die Staatskanzlei des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten auf eine parlamentarische Anfrage im Februar 2010 versichert, dass es zwischen dem Unternehmer Geerkens und Wulff „in den letzten zahn Jahren keine geschäftlichen Beziehungen gegeben habe“? Und warum wurde das Darlehen im März 2010, also nur wenige Wochen nach der Anfrage, abgelöst und auf eine normale Bank übertragen, obwohl eine Laufzeit bis 2013 vereinbart war?
Wulff ist in der Vergangenheit schon öfter durch einen engen und sorglosen Kontakt zu Unternehmern aufgefallen (siehe Links unten). Sollte sich jetzt der Vorwurf der Täuschung oder Irreführung bestätigen, dann hat Wulff das moralische Kapital, das er als Bundespräsident braucht, verspielt.

„Der ungeschickte Präsident“, Spiegel-Online vom 13.12.2011

„Wulff gesteht Verstoß gegen Ministergesetz“, Spiegel-Online vom 21.01.2010

„Christian Wulff und Carsten Maschmeyer Freundesdienste auf Mallorca“, Süddeutsche.de vom 01.08.2010