„Schnäppchenjäger-Moral“ auch bei Journalisten

Gleiches Recht für Alle! Dieser Satz ist einer der Grundpfeiler der politischen Ordnung der Bundesrepublik. Politiker werden oft kritisiert, sich bei jeder Gelegenheit Vorteile zu verschaffen und dadurch diesen Grundsatz zu verletzen. Es gibt auch immer wieder schwarze Schafe, die in der Öffentlichkeit an den Pranger gestellt werden. Natürlich stehen Politiker zu Recht stärker im Rampenlicht, denn sie haben eine Vorbildfunktion für die gesamte Gesellschaft. Aber das trifft auch auf andere exponierte Berufsgruppen, allen voran die Journalisten zu.
Viele Journalisten kritisieren "die Politiker" wegen ihrer vermeintlich ungerechtfertigten Privilegien. Doch viele von denen, die öffentlich Wasser predigen gönnen sich selbst auch gerne mal ein Glas Wein. In der taz vom 05.03.2012 wurde dieser nicht ganz neue Zustand aufgegriffen. Auf Online Portalen wie presserabatte.com und pressekonditionen.de wird gezielt für die unterschiedlichsten Vergünstigungen geworben.
Die Deutsche Bahn geht nun einen Schritt in die richtige Richtung und streicht die Ermäßigungen für Journalisten bei der Bahncard. Wieso auch soll diese Berufsgruppe nur den halben Preis zahlen, während Berufspendler die vollen Kosten tragen müssen? Wieso gibt es bei Air Berlin Preisnachlässe für die Inhaber eines Presseausweises?
Journalisten haben die Aufgabe die Politik zu kontrollieren und Fehlverhalten anzuprangern. Aber dazu müssen sie auch glaubwürdig sein. Viele hinterfragen ihr eigenes Verhalten jedoch nicht und sehen darin nur Kavaliersdelikte. Aber genau das ist falsch! Jeder egal ob Journalist, Politiker oder Angestellter muss sein eigenes Verhalten hinterfragen. Denn wenn die Affäre Wulff uns eines gelehrt hat, dann wie wichtig es ist die gleichen moralischen Maßstäbe, die man von anderen erwartet auch bei sich selbst anzulegen!

…mehr Informationen:
Diskussion in der Presse: