Brauchen wir einen Lobbybeauftragten?

Die Deutsche Gesellschaft für Politikberatung (Degepol) fordert die Einrichtung eines Interessenbeauftragten im Deutschen Bundestag, der "im Rahmen der parlamentarischen Kontrolle unzulässige Formen und Handlungen bei der Interessenvertretung bennent und diese öffentlich rügt (..)", so der Vorsitzende der Degepol, Dominik Meier in einem Beitrag im Tagesspiegel. Überlegungen, die mehr Transparenz fordern, sind grundsätzlich zu begrüßen, noch dazu, wenn sie aus den Reihen der Lobbyverbände selber kommen. Die Forderung nach einem Lobbybeauftragten halte ich allerdings für falsch. Was wir viel dringender brauchen, sind ein verpflichtendes Lobbyregister und die sogenannte "legislative Fußspur", die offen legt, wie externe Berater an Gesetzen beteiligt sind. Und: Nach wie vor gibt es auch keine detaillierte Offenlegung aller Nebenverdienste von Abgeordneten. Statt sich über ein zusätzliches Amt, das in der Praxis nichts bringen würde, Gedanken zu machen, sollten wir erst einmal die noch offenen "Baustellen" abarbeiten.