Die Frage, ob und wenn ja, wie viel die Wahlrechtsreform kosten wird, kann heute niemand seriös beantworten, da dies vom Ausgang der Bundestageswahl abhängt. Der parlamentskritische »Bund der Steuerzahler« schätzt die zusätzlichen Kosten auf bis zu 60 Millionen Euro. Es kann allerdings auch der Fall eintreten, dass es bei der Bundestagswahl gar keine Überhangmandate gibt, dann würde es auch keine zusätzlichen Kosten geben.

Verantwortlich für die Verzögerungen bei der Wahlrechtsreform und das dadurch entstandene Kostenrisiko ist Schwarz-Gelb, denn zunächst haben CDU/CSU und FDP zu Beginn der Wahlperiode eine Reform des Wahlrechts mit ihrer eigenen Mehrheit durchgesetzt, sie haben keine Einigung mit den anderen Fraktionen im Bundestag gesucht. Dafür hat Schwarz-Gelb vom Bundesverfassungsgericht im Juli 2012 eine »Ohrfeige« erhalten, das schwarz-gelbe Gesetz wurde als verfassungswidrig gestoppt. Das Bundesverfassungsgericht hat dem Bundestag in seinem Urteil gleichzeitig den Auftrag erteilt, Überhangmandate entsprechend auszugleichen. Das jetzt im Konsens zwischen den Fraktionen verabschiedete neue Wahlrecht neutralisiert mögliche Überhangmandate. Sollte sich nach der Wahl im September herausstellen, dass der Bundestag unverhältnismäßig groß wird, muss entsprechend nachgebessert werden.